Mehrweg statt Einweg

Wir Deutschen häufen europaweit die höchsten Müllberge auf. Die Menge der Plastik- und Aluverpackungen hat sich in Deutschland seit Beginn des Jahrtausends verdoppelt. Auch der Verpackungsmüll aus Papier, Pappe und Holz wächst ständig, denn der Onlinehandel boomt. Viele Einwegverpackungen fallen zudem im Handel zwischen den Unternehmen an.

Was können wir tun, um kurzlebige Verpackungen zu vermeiden? 
Auf Mehrwegverpackungen und unverpackte Waren umsteigen! Vor Ort statt online einkaufen! (Siehe auch hier)

Recycling löst nicht das Verpackungsproblem

Für Lebensmittel darf kein recyceltes Plastik oder Papier genutzt werden. Es ist also gut möglich, dass der Pizzakarton „frischen“ Zellstoff vom Amazonas enthält, und die Plastiktüte fürs Gemüse mit dem Klimakiller Fracking-Gas hergestellt wurde. Daher: wann immer möglich unverpackt oder in Mehrwegverpackungen einkaufen.

„Recycelbar“ heißt nicht, dass etwas auch recycelt wird. Die tatsächliche Recyclingquote liegt bei unter 20% – wenn man die „thermische Verwendung“ (also das Verbrennen) herausrechnet.

Zudem wird viel Plastikmüll verbrannt oder nicht wieder zu gleichwertigen Verpackungen – trotz gelbem Sack. Und das Recycling selbst verschlingt (neben der Logistik) fossile Treibstoffe und Energie. 

Richtig trennen

Noch lassen sich Einwegverpackungen nicht ganz vermeiden, daher ist es wichtig, richtig zu trennen:

  • Trennen Sie leere Behältnisse, ohne sie ineinander zu stapeln. Kunststoffe oder Aluminium können von den Sensoren in Recyclinganlagen nur richtig sortiert werden, wenn sie voneinander getrennt sind.
  • Beim Joghurtbecher also auf jeden Fall den Deckel getrennt in den gelben Sack geben.
  • Falls eine Pappbanderole dran ist, kommt die in den Papiermüll.
  • Verschlüsse von Shampoos oder Getränken sind meist aus anderem Kunststoff als die Flasche, auch sie gehören einzeln in den Sack.
  • Gleiches gilt bei verschiedenen Kunststoffen etwa in Käse- oder Wurstverpackungen.

Müll aus öffentlichen Abfalleimern wird übrigens oft einfach verbrannt. Nehmen Sie Ihren Müll daher möglichst zum Trennen mit heim.

Quelle: BUNDmagazin 3/21

Ist das Verpackungsproblem mit dem gelben Sack gelöst? Weitere Informationen der Deutschen Umwelthilfe dazu finden sich im DUH-Magazin 3/2021, S. 12-13